Mit Hund unterwegs in Schottland

Aktualisiert: 29. Sept 2019


Seit Murphy unser Leben um vier Pfoten bereichert, wollen wir unsere Urlaube am liebsten mit ihm gemeinsam verbringen. Die Zeiten exotischer Fernreisen sind daher erst einmal passé und wir entdecken gerade, wie viele tolle Flecken Europa doch zu bieten hat.


Der Plan steht also, das nächste Ziel soll mit dem Auto erreichbar sein und uns ein Gefühl von Freiheit vermitteln. Da wir die Natur lieben und Hunde-Papa Andi außerdem auch ein Faible für feine Single Malts hat, ist – inspiriert von tollen Fotos von Freunden – Schottland schnell als Destination auserkoren.


Die Planung


Ein bisschen Planung vorab braucht es dann nur noch: die richtige Fährverbindung will mit Hinblick auf Wuffs Wohl gut gewählt sein. Wir entschließen uns für die Strecke Calais-Dover. Hier sind wir lediglich knapp zwei Stunden unterwegs, die Murphy ohne Probleme im Auto verbringen kann. An Bord darf er leider nicht mit. Das war auch der Grund, weswegen wir uns gegen Verbindungen entschieden haben, die uns zwar weit näher an Schottland gebracht hätten, wie beispielsweise Rotterdam-Newcastle, bei denen er jedoch 15-20 Stunden in einer Box hätte verbringen müssen.


Das war‘s im Wesentlichen auch schon mit der Planung - zwei örtliche Eckpfeiler setzen wir uns noch: Edinburgh (inklusive einem Stopp in der authentischen CrossFit Box und die Äußeren Hebriden (unbedingt zu empfehlen! mehr dazu später) und schreiben uns gedanklich eine mehrtägige Wanderung auf, darüber hinaus wollen wir uns – dank Wurfzelt, Campinggrill und natürlich Mokkakocher im Kofferraum - vor Ort spontan treiben lassen.


Die Reise


Nach einer entspannten, aber trotzdem langen nächtlichen Anreise über Belgien, sind wir froh, um vier Uhr einer August-Nacht auf der Fähre mal kurz die Füße hochlegen und uns chauffieren lassen zu können. Angekommen in Dover geht es früh morgens gleich weiter, um dem großen Ansturm auf den Straßen um London herum zu umgehen.

Denkt hier unbedingt an das Linksfahrgebot! Vor allem das Überholen auf der „falschen“ Spur der Autobahn war für uns anfangs ziemlich ungewohnt.

Nach 20 Stunden auf Achse entscheiden wir uns schließlich dafür, im wunderschönen Lake District – bei bestem britischen Nieselwetter – einen ersten Stopp einzulegen. Das Örtchen "Windermere" sieht aus, wie aus einem historischen Roman und ist für eine kurze Besichtigung sehr zu empfehlen.

In England ist das Wildcampen im Gegensatz zu Schottland zwar eigentlich verboten, auf einer abgelegenen Schafweide interessiert sich allerdings niemand für uns und wir verbringen in Ruhe erschöpft aber glücklich unsere erste Nacht auf der Insel.


Von hier geht es am nächsten Tag – bei noch immer leichtem Nieselregen, auf den wir natürlich vorbereitet sind und der allerdings zu unserer „Enttäuschung“ überraschenderweise nur die ersten paar Tage halten wird – weiter ins historische Edinburgh, wo Murphy von einem echten alten schottischen Haudegen mit einem lachenden „Oh he looks always aangrry, aye!“ begrüßt wird. Unter den freundlichen Menschen fühlen wir uns bei Dudelsackklängen, Fish & Chips und einem Glas Cidre bereits richtig in Schottland angekommen.


Nach einem Workout in erwähnter CrossFit-Box, bei dem Murphy zusehen durfte und einer kurzen Wanderung auf Arthur’s Seat mit klasse Aussicht über die Stadt geht es direkt weiter in Richtung Highlands.


CrossFit Besuch in Edinburgh

Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp am Loch Ness, der zwar natürlich bei dieser Reise nahezu obligatorisch ist, uns aber landschaftlich nicht wirklich umhaut – es ist schon schön, sieht aber landschaftlich aus wie bei uns zu Hause und Castles gibt es im Land auch weitaus noch genug, auch ohne Menschenschlangen und übertriebene Eintrittspreise. Wenn Ihr nicht unbedingt Nessy suchen möchtet, könnt Ihr das getrost auslassen und direkt in die Highlands fahren, die ein Stück weiter dann richtiges Wildnis-Feeling aufkommen lassen.


Unser Highlight ist hier definitiv die zweitägige Wanderung vom beschaulichen Fischerdörfchen Ullapool aus, auf der wir außer Millionen von lästigen Midges keiner Menschenseele begegnen.

Empfehlenswert ist auch eine Wanderkarte mit entsprechendem Maßstab, die wir vor Ort im Infozentrum von Ullapool gekauft haben.



Stöckchenliebe


Weiter geht’s nun auf die Insel Skye, auf der wir die nächsten Tage verbringen, inklusive Wanderung zum imposanten Old Man of Storr und Fahrt durch den Morgen-Nebel im berühmten Quiraing, der auch Kulisse zahlreicher Filme, wie Transformers oder King Arthur war.




und der Insel Skye geht es per Fähre (unbedingt ein paar Tage vorher telefonisch oder per Internet buchen, könnte ansonsten voll sein) weiter auf die Hebriden Lewis und Harris. Dort beginnen wir in der malerischen Hauptstadt bzw. Hauptstädtchen Stornoway und lassen uns von dort mit dem Küstenwind (der hier sehr zu unserer Freude auch die nervigen Midges fernhält) durch kleine Dörfchen und ganz viel traumhafte Natur treiben. Diese Inseln stellen für uns noch einmal eine Steigerung und das Highlight unserer Schottland-Reise dar. Wunderschöne, weiße Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser & den Bergen im Hintergrund.





Man kann völlig unkompliziert sein Zelt aufschlagen, was wir auf den Hebriden generell noch etwas einfacher fanden als auf dem Festland, wo wir manchmal etwas suchen mussten oder uns dann für einen Campingplatz entschieden. Hier strotzt es nur so von geeigneten Zelt-Plätzen, viele davon in erster Reihe zum Meer.





Kleiner Tipp für „Outlander“- bzw. Diana Gabaldon-Fans am Rande: die Stones of Callanish auf den Inseln besuchen – eine echte Alternative zum bekannteren Stonehenge, wie auch das geschichtsträchtige und durchaus etwas bedrückende Culloden Moor auf dem Festland, in welchem die Schotten ein letztes Mal vergeblich um ihre Unabhängigkeit kämpften.



Anschließend geht es - über Fort William und vorbei am höchsten Berg Schottlands, dem Ben Navis (1345m) - zurück nach Dover. Hier lassen wir bei leckerem Steak und Fisch die Reise ausklingen und ruhen uns auf der wunderschönen Farthingloe Farm (Geheimtipp!) nochmal für die letzte Etappe in Richtung Heimat aus. Als Schmankerl wartete hier übrigens zwei Stunden vor dem Ziel noch eine Autobahn-Vollsperrung auf uns. Aber auch das konnte uns natürlich unseren tollen Urlaub mit vielen wunderschönen Erinnerungen nicht vermiesen.


Farthingloe Farm

Die Route



Tipps


Bed and Breakfast: Wer etwas mehr Komfort möchte muss leider auf ein Stück Spontanität verzichten. Die Übernachtungen solltet ihr am Besten bereits von Zuhause aus buchen, weil es vor Ort oftmals sehr schwierig für uns war mit Hund eine Unterkunft zu finden. Selbst ohne Hund waren viele Übernachtungsmöglichkeiten bereits belegt.


Restaurants & Ähnliches: Die Menschen sind zwar sehr hundefreundlich, aber trotzdem dürfen unsere vierbeinigen Freunde oft trotzdem nicht in Restaurants mitgebracht werden. Auch eine Führung der Tallisker Destillerie blieb durch diesen Umstand aus - Murphy durfte zwar in den Ausstellungsraum beim Eingang, dort war jedoch dann Schluss. Dafür konnten wir später die westlichste Destillerie Schottlands, die noch junge Abhainn Dearg auf Lewis mit ihm zusammen erkunden.


Maut bei London (Dartford Crossing): Wer von Dover kommend an London vorbei Richtung Norden fährt und die östliche Route wählt, muss irgendwann über die Themse. Der einzige vernünftige Übergang ist Dartford Crossing. Hier fanden wir einen einzelnen, versteckten Hinweis, dass man dafür eine Gebühr zu bezahlen hat und fanden dann über eine kurze Recherche heraus, dass man dies auch unbedingt tun sollte: Die Gebühr ist unerheblich, zahlt man diese jedoch nicht innerhalb eines Tages, bekommt man gleich eine saftige Strafe aufgebrummt, die sogar nochmal steigt, wenn man sie wiederum nicht zeitnah begleicht. Wir taten das noch mit sms/gebührenpflichtigem Anruf, mittlerweile geht es wohl sogar über eine deutsche Seite: https://www.dartfordcrossingcharges.co.uk/german/


Einreisebestimmungen für Hunde: Bei uns lief das Ganze durch die mittlerweile stark gelockerten Bestimmungen sehr unkompliziert ab: Wir benötigten natürlich den gültigen EU-Heimtierausweis, eine aktive Tollwut-Impfung sowie eine im Pass vermerkte Bandwurmbehandlung 1-5 Tage vor Reisebeginn. Bei der Einreise wurde dann kurz der Ausweis gecheckt und wir mussten seinen Chip (ebenfalls Kriterium) scannen.

Welche Implikationen sich hier jedoch durch den bevorstehenden Brexit ergeben bleibt noch abzuwarten und sollte ggf. verfolgt werden, sollte bei Euch eine Reise kurz bevorstehen. Dazu noch folgender Link, der zumindest ein paar Ideen vermittelt: https://www.schottland-mit-hund.de/brexit?gclid=Cj0KCQjwh8jrBRDQARIsAH7BsXdXV9yhsNu103cii_gL4UWXbHHkDaCGnbAJvnI6GoZcTCNv6_LAJZsaAlyMEALw_wcB


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